Chronik

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Der Chor der Hessischen Wasserschutzpolizei wurde am 11. Februar 1969 von sangesfreudigen Mitgliedern der Hessischen Wasserschutzpolizei in Mainz-Kastel gegründet. Er feierte damit im Jahr 2014 sein 45-jähriges Bestehen.

Die Initiatoren waren insbesondere ehemalige „Fahrensleute der christlichen Seefahrt“, die ihr maritimes Liedgut auffrischen und präsentieren wollten. Zu ihnen zählte auch der ehemalige Polizeibezirkskommissar Heinrich Flächsenhaar. Er hatte vor seinem Eintritt in die Polizei Musik studiert und konnte als musikalischer Leiter gewonnen werden. Ein Glückstreffer, der für den späteren Chor eine hervorragende Startposition bedeutete.

Ihm gelang es innerhalb kürzester Zeit, die traditionellen Lieder der Seefahrt- die Shantys- vierstimmig zu setzen und einzustudieren. Noch gehören von Heinrich Flächsenhaar gesetzte Shantys zum Repertoire des Chors.

Schon nach wenigen Monaten wagte sich die Gesangsgruppe mit Konzerten in die Öffentlichkeit und konnte sogar vor kritischem Publikum bestehen.

Schon nach zwei Jahren trat die Gesangsgruppe 1971 dem Sängerbund der Deutschen Polizei als 41. Mitglied bei und nennt sich seit dem „Chor der Hessischen Wasserschutzpolizei“.

Die immer häufiger werdenden Auftritte in der Öffentlichkeit erhöhten den Bekanntheitsgrad so, dass es schließlich zu Einladungen aus dem gesamte Bundesgebiet und aus dem europäische Ausland kam.

Eigene Konzerte –später auch unter dem Motto „Bürger und Polizei – singen und musizieren“ versetzen den Chor zunehmend in die Lage, teilweise beträchtliche Reinerlöse an karitative Einrichtungen übergeben zu können.

Damit kommt der Chor seiner sich selbst in der Satzung gesetzten Verpflichtung nach, Öffentlichkeitsarbeit für die Hessische Polizei zu betreiben und damit einen wichtigen Beitrag für das gute Verhältnis zwischen Polizei und Bürgern zu leisten.

Dieser Idee fühlt sich der Chor auch heute noch verpflichtet. Inzwischen gehören ca. 60 Lieder zum Repertoire, dazu – was viele nicht wissen – auch etwa ein Dutzend Weihnachtslieder, nicht nur maritime. So besteht das Repertoire bis heute vorwiegend aus den so genannten Shantys, die zumeist in der Segelschifffahrt entstanden und ihre Blütezeit nachweislich um 1880 hatte. Es handelt sich um Lieder, die während der unvorstellbar harten Arbeit auf den Segelschiffen gesungen wurden.

Von 1979 bis 1994 wurde der Chor von dem der Wasserschutzpolizei angehörendem Polizeihauptkommissar Hans-Ludwig Faber geleitet. Er war bisher der am längsten amtierende Chorleiter. Seine autodidaktisch erworbene Professionalität hat dem Chor eine ganz besondere Prägung verliehen.

1994 wurde der Chor von Wilhelm Lüttich übernommen, nach dessen Ausscheiden konnte 2004 die amerikanische Opernsängerin Laurie Anne McGowan für die Leitung des Chores gewonnen werden. Ein Novum für den Chor, weil damit eine Frau in die bisher von Männern beherrschte Domäne eindringen konnte – noch dazu in „leitender Funktion“.

Mit ihrer hohen musikalischen Kompetenz, ihrer charmanten und zugleich durchsetzungsfähigen Art im Umgang mit den nicht immer ganz einfachen Sängern mit teilweise altersbedingten Eigenheiten erwies sich Laurie Anne als „richtige Frau am richtigen Platz“, die gelegentlich den Auftritten des Chors mit ihrer zauberhaften Stimme noch einmal einen ganz besonderen Glanz verleiht.

Seit 2013 ist der Chor beim Vereinsregistergericht als „e.V.“ eingetragen und hat sich eine neue, moderne Satzung gegeben.

2014 war dem Chor die Ausrichtung des 85. Bundesdelegiertentages des Sängerbundes der Deutschen Polizei e. V. übertragen worden, an dem ca. 200 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet teilnahmen; bei diesem Delegiertentag wurden bundesweit die Weichen für die Zukunft gestellt, unter anderem heißt der Dachverband der Polizeichöre Deutschlands künftig „Chorverband der Deutschen Polizei“.

2015 hat sich Laurie Anne McGowan vom Dirigat zurückgezogen, der Chor fand in Norbert Liesenfeld einen Nachfolger, der sich aber nach nur einem Jahr wieder vom Chor trennte.

Es ist gelungen, Laurie Anne McGowan zu einer Wiederaufnahme ihrer erfolgreichen Tätigkeit zu gewinnen, dazu sollen der Chorleiterin mehr Gestaltungsmöglichkeiten gegeben werden. Der Chor hofft, dass damit eine neue Dekade einer fruchtbaren Zusammenarbeit startet.

Der Chor ist mit derzeit mehr als 35 aktiven Sängern und zwei Akkordeonisten gut aufgestellt. Sein vierstimmiger Gesang mit dem etwas anderen Liedgut der christlichen Seefahrt kommt gut an.

Zu unseren fördernden Mitgliedern gehören der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier und der Hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, der den Chor als Teil der Polizeifamilie bezeichnet hat.

So bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass es in naher Zukunft gelingen mag, dass die Jugend wieder vermehrt Zugang zum Gesang und zur maritimen Musik findet, denn merke „ wer die Musik liebt, kann nie ganz unglücklich werden“.

Rolf Mai